Die Soufra Cafeteria im Flüchtlingscamp Burj el Barajneh in Beirut ist der einzige öffentliche Treffpunkt für Frauen.

Soufra Cafeteria
Beirut, Libanon

Südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut liegt das Flüchtlingslager Burj el Barajneh. Es umfasst ein Gebiet von rund einem Quadratkilometer, existiert seit 1948 und beherbergt mehrheitlich palästinensische Geflüchtete.

Die Platzverhältnisse sind eng, Armut prägt den Alltag, die Konflikte zwischen Einheimischen und Geflüchteten nehmen zu. In diesem Umfeld arbeitet Cuisine sans frontières seit 2017 mit den Frauen des erfolgreichen Soufra Caterings zusammen.

Der Krieg in Gaza und im Libanon hat 2024 die Situation verschärft. Viele Menschen sind traumatisiert vom Krieg, die Armut hat sich nochmals vergrössert. 

Fakten

Projektaktivitäten Gastronomische Ausbildung sowie Aufbau und Betrieb des ersten Gemeinschaftsrestaurants und Treffpunktes für Frauen im Camp. Notversorgung der Bevölkerung mit warmen Mahlzeiten während des Gaza- und Libanon-Krieges 2024.
Projekt-Ziel Female Empowerment: Steigerung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen und ihrer Familien sowie Stärkung des Gemeinschaftssinns dank regelmässigem Austausch zwischen Frauen verschiedener Herkunft.
Beneficiaries 40 Frauen als Mitarbeiterinnen der Cafeteria. Alle Frauen und ihre Kinder aus dem Burj el Barajneh Camp als Gäste und Teilnehmerinnen an Veranstaltungen in der Cafeteria.
Projektlaufzeit Seit 2020

Der Krieg im Libanon sowie in Gaza hat diese Menschen besonders hart getroffen. Denn ihr Camp befand sich in einer Gefahrenzone. Die Infrastruktur ist in den letzten Monaten total zusammengebrochen.

Viele Menschen lebten in sehr grosser Angst und Sorge. Wer konnte, verliess das Camp und suchte Zuflucht in einer der Notunterkünfte in einem anderen Stadtteil von Beirut. Doch viele Menschen mussten zurückbleiben.

Umso wichtiger ist es, dass es die Soufra Cafeteria gibt. Cuisine sans frontières arbeitet seit 2017 mit den Frauen des erfolgreichen Soufra Caterings zusammen.

  • Die Soufra Cafeteria ist ein sicherer Ort, an dem Mädchen und Frauen ihren Alltagssorgen entfliehen können. Sie richtet sich explizit an Frauen und ist damit die erste und einzige Möglichkeit, sich ausserhalb ihrer engen Wohnungen zu treffen.
  • Die Cafeteria ist zudem für 40 Frauen die einzige Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu verdienen und täglich eine warme Mahlzeit zu essen.
  • Während des Krieges war die Soufra Cafeteria für die Notversorgung von obdachlosen Geflüchteten aus Südlibanon, aber auch für die Versorgung der verarmten Bevölkerung im Camp zuständig.

Steigende Lebensmittelpreise, politische Instabilität und Armut erschweren den Alltag der Menschen im Flüchtlings-Camp auch nach dem Waffenstillstand.

Das Projekt wird seit 2021 grosszügig von der stiftung fokus frauen unterstützt.

Bilder: © Gregor Sommer/Cuisine sans frontières/Soufra

Fakten

Projektaktivitäten Gastronomische Ausbildung sowie Aufbau und Betrieb des ersten Gemeinschaftsrestaurants und Treffpunktes für Frauen im Camp. Notversorgung der Bevölkerung mit warmen Mahlzeiten während des Gaza- und Libanon-Krieges 2024.
Projekt-Ziel Female Empowerment: Steigerung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen und ihrer Familien sowie Stärkung des Gemeinschaftssinns dank regelmässigem Austausch zwischen Frauen verschiedener Herkunft.
Beneficiaries 40 Frauen als Mitarbeiterinnen der Cafeteria. Alle Frauen und ihre Kinder aus dem Burj el Barajneh Camp als Gäste und Teilnehmerinnen an Veranstaltungen in der Cafeteria.
Projektlaufzeit Seit 2020

Lebensumstände

  • Das Flüchtlings-Camp Burj el Barajneh liegt im Süden von Beirut und wurde 1948 für palästinensische Geflüchtete errichtet.
  • Es wurde für 3.500 Menschen konzipiert, heute leben hier 50.000 Geflüchtete auf 1 km². Das ist eine der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit.
  • Frauen im Camp sind besonders eingeschränkt: An Orten, an denen Männer verkehren, dürfen sie sich alleine nicht aufhalten.
  • Seit der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah Anfang März 2026 hat sich die humanitäre Lage im Camp weiter verschlechtert. Trotz der im April vereinbarten Waffenruhe kommt es weiterhin zu Luftangriffen, Drohnenüberflügen und militärischen Zwischenfällen, insbesondere im Süden des Landes und in den Vororten von Beirut. Viele Menschen leben in ständiger Angst vor einer erneuten Eskalation.
  • Zahlreiche Familien, die bereits zuvor aus dem Südlibanon geflohen waren, suchten im Raum Beirut und in Camps wie Burj el-Barajneh Schutz. Viele konnten bis heute nicht in ihre Herkunftsorte zurückkehren, weil Häuser zerstört wurden oder die Sicherheitslage weiterhin instabil bleibt. Manche Menschen wurden innerhalb weniger Monate mehrfach vertrieben.
  • Die Versorgungslage bleibt kritisch: Wasser, Strom und medizinische Dienstleistungen sind nur eingeschränkt verfügbar. Schulen mussten zeitweise schliessen oder ihren Betrieb reduzieren, während Gesundheitseinrichtungen unter massivem Druck stehen. Humanitäre Organisationen warnen zudem vor einer wachsenden Ernährungsunsicherheit und steigender Abhängigkeit von Nothilfe.
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