In Beirut arbeiten wir mit migrantischen Hausangestellten aus Kamerun, Senegal und Burkina Faso. Sie leben unter dem Kafala-System, das ihren Aufenthaltsstatus vollständig an ihre Arbeitgeber:innen bindet. Gemeinsam mit The Great Oven Lebanon und dem migrantengeführten REMAN Center schaffen wir einen Ort, an dem sie Gemeinschaft, Wissen über ihre Rechte und ein eigenes Einkommen finden.
Sonntags-Mittagstische: Am freien Tag kochen die Frauen Gerichte aus ihren Heimatländern. Danach folgen Workshops zu ihren Rechten unter dem Kafala-System.
Einkommen durch Verantwortung: Bei jedem Treffen planen drei Frauen das Menü und kochen für die Gruppe. Dafür werden sie bezahlt. Inzwischen verdienen alle 13 Teilnehmerinnen auf diese Weise ein eigenes Einkommen.
Wissen, das schützt: Die Frauen lernen, Ausbeutung zu erkennen, wo sie Hilfe finden und wie sie sich schützen können.
Gelebte Solidarität: Durch den Austausch mit den Frauen im Bekaa-Tal entsteht ein Netzwerk über Herkunft und Status hinweg.
Facts
| Projektaktivitäten | Wöchentliche Mittagstische mit gemeinsamem Kochen und Workshops zu Rechten unter dem Kafala-System, Begegnungen mit der Tha'irat-Gruppe im Bekaa-Tal |
|---|---|
| Projektziel | Stärkung migrantischer Hausangestellter durch Gemeinschaft, Rechtswissen und eigenes Einkommen |
| Partnerorganisation | The Great Oven Lebanon, in Zusammenarbeit mit dem REMAN Center |
| Projektlaufzeit | Seit 2026 |
Die meisten Teilnehmerinnen leben im Haushalt ihrer Arbeitgeber:innen. Unter dem Kafala-System haben sie keinen Mindestlohn und keine begrenzten Arbeitszeiten. Ihre Stelle können sie nur mit Zustimmung ihrer Arbeitgeber:innen wechseln. Oft wird ihnen der Pass abgenommen. Der Sonntag ist, wenn überhaupt, der einzige Tag, an dem sie das Haus verlassen dürfen. Für manche ist es auch der einzige Tag, an dem sie eine andere Migrantin treffen. Genau um dieses Zeitfenster herum ist das ganze Programm aufgebaut.
Bei jedem Treffen kommt zuerst das Essen auf den Tisch. Die Gerichte sind kamerunisch, senegalesisch oder burkinisch, gekocht von den Frauen selbst. In einem Land, das ihnen vieles fremd macht, ist das Essen ein Stück Zuhause. Wer wieder für sich selbst kocht, umgeben von Frauen, die einen verstehen, erinnert sich daran, wer sie vor all dem war. Danach folgen die Gespräche über Rechte.
Wie gross der Bedarf ist, zeigte eine Befragung vor dem ersten Treffen. 83 Prozent der Teilnehmerinnen schätzten ihr Rechtswissen als sehr gering ein. Zwei Drittel glaubten fälschlicherweise, sie könnten ihre Arbeitgeber:innen frei wechseln. Ebenso viele wussten nicht, wohin sie sich bei Rechtsverletzungen wenden können. Alle Befragten gaben an, sich immer oder manchmal Sorgen um ihren Aufenthaltsstatus zu machen. Diese Ergebnisse dienen als Ausgangspunkt, um die Wirkung des Programms am Ende des Zyklus zu messen.
Als die Bombardierungen im März 2026 Beirut erreichten, warteten die Frauen nicht darauf, dass jemand sie fragt. Sie verwandelten den Raum ihrer Sonntagstreffen in eine Nothilfestelle und betrieben sie selbst. Sie packten und verteilten sie über 1'000 Lebensmittelpakete und versorgten rund 1'800 Vertriebene, Migrant:innen ebenso wie Libanes:innen. Ein vertriebener Libanese sagte dazu: «Unsere eigenen Leute haben sich nicht so um uns gekümmert, aber die Migrantinnen haben uns mit offenen Armen empfangen.» Gerade die Frauen, die im Libanon am wenigsten Schutz geniessen, gehörten zu den Ersten, die anderen Schutz boten.
Facts
| Projektaktivitäten | Wöchentliche Mittagstische mit gemeinsamem Kochen und Workshops zu Rechten unter dem Kafala-System, Begegnungen mit der Tha'irat-Gruppe im Bekaa-Tal |
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| Projektziel | Stärkung migrantischer Hausangestellter durch Gemeinschaft, Rechtswissen und eigenes Einkommen |
| Partnerorganisation | The Great Oven Lebanon, in Zusammenarbeit mit dem REMAN Center |
| Projektlaufzeit | Seit 2026 |